Die sieben Erzengel in der Reihenfolge der Energiezentren: Uriel in Rot, Chamuel in Rosa, Jophiel in Gold, Raphael in Grün, Michael in Blau, Raziel in Indigo, Gabriel in Weiss

Die sieben Erzengel: Namen, Zeichen und Zuordnungen

Engel waren für mich nie eine Glaubensfrage. Sie waren einfach da, so lange ich denken kann: still, leuchtend, spürbar. Als Kind habe ich das nicht erklärt bekommen und auch nicht erklären müssen. Es war so selbstverständlich wie das Licht, das morgens durchs Fenster fällt.

Erst viel später habe ich gelernt, dass es Namen gibt für das, was ich als Kind nur gespürt habe. Und dass diese Namen nicht willkürlich sind, sondern jeder eine eigene Qualität trägt, eine eigene Farbe, einen eigenen Ton.

Das ist der Grund, warum ich diesen Beitrag schreibe. In meinen Seminaren fällt fast immer zuerst ein Name: Michael. Danach wird es unscharf. Gabriel kennen viele aus der Weihnachtsgeschichte, Raphael vom Namen eines Krankenhauses. Uriel, Chamuel, Jophiel und Raziel sind für die meisten leere Wörter. Und das ist schade, denn wer die Unterscheidung kennt, ruft nicht mehr „einen Engel“, sondern weiß, worum es ihm gerade geht.

Dieser Beitrag ist die Vertiefung zu meinem Überblick
Engel: was sie sind und wie man mit ihnen arbeitet.

Warum gerade sieben?

Die Zahl kommt aus der jüdischen Tradition. Im Buch Tobit sagt Raphael von sich, er sei einer von sieben Engeln, die vor dem Thron Gottes stehen. Von dort wandert die Sieben in die christliche Überlieferung, in die Kabbala und später in die esoterische Literatur des 19. Jahrhunderts.

Ich sage Dir gleich, wo die Ordnung offen ist, weil ich es unehrlich fände, das zu verschweigen: Namentlich nennt die Bibel nur drei, Michael, Gabriel und Raphael. Die übrigen vier stammen aus apokryphen Schriften, vor allem aus dem Henochbuch, und die Listen weichen voneinander ab. Manche nennen Uriel, andere Sariel, Raguel oder Remiel.

Für mich sind die Namen Zugänge, keine Katasterdaten. Sie beschreiben Qualitäten, und Qualitäten lassen sich nicht amtlich eintragen.

Und die Sieben ist ohnehin keine beliebige Zahl. Sieben Töne bis zur Oktave, sieben Farben im Regenbogen, sieben Sphären bei Pythagoras, sieben Energiezentren im indischen System, neun Engelchöre bei Hildegard von Bingen in drei mal drei Kreisen. Überall dort, wo etwas vom Dichten ins Feine aufsteigt, taucht dieselbe Struktur wieder auf. Warum das so ist, beschreibe ich in
Chakren: die sieben Tore.

Michael: die Grenze

Sein Name ist eine Frage: Mi-cha-El, „Wer ist wie Gott?“. Michael stellt sie dem entgegen, was sich anmaßt, größer zu sein, als es ist. Deshalb trägt er in der Kunst Schwert und Waage,  er scheidet, und er wägt.

In meiner Praxis ist Michael der Engel für Menschen, die zu offen geworden sind. Nicht ängstlich, sondern durchlässig: Sie kommen aus einem Gespräch und tragen etwas mit, das gar nicht ihres ist. Wenn ich Michael rufe, bitte ich nicht um Hilfe gegen etwas. Ich bitte um Klarheit darüber, wo meine Grenze eigentlich verläuft.

Seine Farbe ist ein tiefes Blau, sein Ort der Hals - genau dort, wo das klare Wort entsteht oder steckenbleibt. Ich finde das jedes Mal wieder stimmig: Abgrenzung ist selten eine Frage der Kraft.
Meist ist sie eine Frage eines einzigen ausgesprochenen Satzes.

Als Figur führe ich ihn in zwei Größen: 18 cm in Ahorn mit Goldstrich und 24 cm farbig gefasst, beide nach dem Vorbild von Guido Reni geschnitzt. Dazu die Orgonit-Pyramide mit Lapislazuli und Aquamarin - zwei blaue Steine, das ist kein Zufall.

Wie sich sein Thema im Alltag umsetzen lässt, habe ich in Schutz: sechs Wege, ihn wirklich zu leben gesammelt.

Gabriel: die Ankündigung

Gavri-El, „Kraft Gottes“. Gabriel ist der Bote im engsten Sinn: Er erscheint bei Daniel, er kündigt Zacharias die Geburt des Johannes an, er tritt bei der Verkündigung vor Maria. Im Islam ist er Dschibril, der dem Propheten die Offenbarung überbringt. Drei Religionen, ein Auftrag, ich kenne wenige Bilder, die so weit tragen.

Sein Zeichen ist die Lilie. Reinheit, ja, aber vor allem das Unangetastete, das noch nicht Begonnene. Deshalb ist Gabriel für mich der Engel der Schwellen: Schwangerschaft, Umzug, Berufswechsel, die Wochen, in denen etwas schon spürbar ist und noch keinen Namen hat. Wenn jemand zu mir kommt und sagt „ich weiß, dass sich etwas ändert, ich weiß nur nicht was“ - dann ist das seine Stunde.

Seine Farbe ist Weiß bis Violett, sein Ort die Krone. Als Figur mit der Lilie gibt es ihn in 20 cm und 30 cm, dazu die Votivkerze und das Armband mit Regenbogen-Mondstein. Der Mondstein passt zu ihm wie kaum ein anderer Stein: Er zeigt sein Licht erst, wenn man ihn bewegt.

Erzengel Michael Holzfigur coloriert, 24 cm, mit SchwertMichael
Schwert und Waage
Erzengel Gabriel mit Lilie, Holzfigur coloriert, 30 cmGabriel
die Lilie
Erzengel Rafael mit Fisch, Holzfigur coloriert, 20 cmRafael
der Fisch
Die drei biblisch benannten Erzengel, handgeschnitzt in Südtirol.

Raphael: die Heilung

Rapha-El, „Gott heilt“. Nicht „möge heilen“. Über diesen einen Buchstaben habe ich lange nachgedacht, und ich halte ihn für die eigentliche Botschaft des Namens: Die Form ist abgeschlossen. Es wird nicht um etwas gebeten, das noch aussteht. Es wird etwas benannt, das schon geschehen ist.

Seine Geschichte steht im Buch Tobit. Raphael begleitet den jungen Tobias auf einer langen Reise, ohne sich zu erkennen zu geben, und zeigt ihm unterwegs, wie die Galle eines Fisches die Blindheit des Vaters heilt. Deshalb hält er in der Kunst einen Fisch und einen Wanderstab. Patron der Heilkunst und der Reisenden zugleich, für mich eine der schönsten Doppelungen der ganzen Tradition, weil Heilung immer auch ein Weg ist und nie ein Zustand.

Ich habe seine Gegenwart einmal selbst erfahren, in einer schweren Infektion, in der ich nachts wach lag und mir nicht mehr helfen konnte. Was dann kam, war kein Gedanke und kein Trost von außen. Es war ein Kokon aus türkisgrünem und goldenem Licht, der sich um mich legte, und mit ihm eine Ruhe, die ich nicht gemacht habe. Ich habe darüber lange nicht gesprochen, weil ich wusste, wie es klingt. Heute erzähle ich es, weil ich in meiner Praxis erlebe, wie viele Menschen etwas Ähnliches erlebt haben und es genauso für sich behalten.

Seine Farbe ist Smaragdgrün, sein Ort das Herz. Grün ist die Mitte des sichtbaren Spektrums, der Ort, an dem sich Wärme und Kühle ausgleichen und die Mitte des Menschen liegt an derselben Stelle. Es sind diese Entsprechungen, die mich an dieser Arbeit halten.

Ausführlich habe ich über ihn auf INSI geschrieben, mit einem Ritual für zuhause: Erzengel Raphael – Smaragdlicht für deine Heilung. Und über meine Erfahrungen mit Engeln als Begleitern hier: Engel – spirituelle Begleitung.

Im Lädchen findest Du ihn als geschnitzte Figur mit Fisch, als Votivkerze für das Herzchakra und als Orgonit-Pyramide mit Peridot und Amethyst.

Ein Satz, der mir wichtig ist, gerade weil ich Heilpraktikerin bin: Engelarbeit ist kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Sie steht daneben, nicht davor. Beides hat seinen Ort, und keines nimmt dem anderen etwas weg.

Uriel: das Licht im Dunkeln

Uri-El, „Licht Gottes“. Uriel wird nicht in der Bibel genannt, sondern im Henochbuch und in der apokryphen Esra-Literatur, wo er als Deuter der Rätsel auftritt. In der Ikonografie trägt er oft eine Flamme in der offenen Hand.

Ich rufe ihn, wenn jemand den Boden verloren hat. Nicht bei Kummer, nicht bei Trauer – bei Haltlosigkeit. Bei dem Zustand, in dem alles gleichzeitig zu viel ist und man morgens aufwacht, als hätte man nicht geschlafen. In solchen Wochen bringt es nichts, den Engel der Erkenntnis zu bitten. Es braucht erst wieder ein Fundament.

Seine Farben sind Rot und Gold – die langsamsten, dichtesten Frequenzen, die unser Auge noch sieht. Dazu passen die Votivkerze für das Wurzelchakra, das Armband mit Aquamarin und die Orgonit-Pyramide mit Citrin und Bergkristall.

Chamuel: das Herz, das sich öffnet

Chamu-El, „der Gott sucht“. Chamuel wird mit rosafarbenem Licht verbunden und mit allem, was Versöhnung heißt – mit sich selbst zuerst, dann mit anderen.

Er ist der Engel, den ich am häufigsten nenne. Nicht bei Liebeskummer, wie man vermuten würde, sondern bei Menschen, die hart mit sich umgehen. Selbstliebe ist kein weiches Thema, sie ist ein hartes. Fast alle, die zu mir kommen, verzeihen anderen leichter als sich selbst. Wenn das rosafarbene Licht in einer Sitzung auftaucht, geht es fast nie um eine andere Person. Es geht um die eigene.

Die Votivkerze Chamuel begleitet gut in solchen Phasen, ebenso die Räucherstäbchen Engel der Versöhnung.

Jophiel: die Schönheit

Yofi-El, „Schönheit Gottes“. Jophiel gilt in der Überlieferung als der Engel, der Adam und Eva aus dem Paradies begleitet – nicht als Wächter mit dem Flammenschwert, sondern als der, der mitgeht. Ich mag dieses Bild sehr: Selbst am Tor hinaus geht jemand mit.

Sein Thema ist die Freude an der Welt, das Wahrnehmen des Schönen als geistige Übung. Das klingt nach einer Nebensache und ist keine. Wenn ein Mensch mir sagt, ihn berühre nichts mehr, dann ist er selten anspruchsvoller geworden. Meist ist er erschöpft. Und der Weg zurück führt nicht über große Einsichten, sondern über eine einzige Blüte auf dem Küchentisch, die man wieder ansieht.

Seine Farbe ist Gelb, sein Ort der Solarplexus. Die Votivkerze Jophiel gehört für mich auf den Schreibtisch, nicht auf den Altar.

Raziel: das Geheimnis

Raz-El, „Geheimnis Gottes“. Raziel ist der jüngste der sieben in der Überlieferung und stammt aus der kabbalistischen Literatur. Ihm wird das Sefer Raziel zugeschrieben, ein Buch, das Adam nach der Vertreibung erhalten haben soll und das alles Wissen der Schöpfung enthält.

Er steht für das, was sich nicht denken, sondern nur schauen lässt: innere Bilder, Träume, das plötzliche Wissen, das schneller da ist als der Gedanke. Ich nutze die Votivkerze Raziel gern vor Meditationen, in denen eine Frage im Raum steht, auf die es noch keine Antwort gibt. Nicht, um sie zu beantworten. Um sie stehen zu lassen, bis sie sich von selbst zeigt.

Seine Farbe ist Indigo, sein Ort die Stirn.

Votiv Duftkerze Erzengel Uriel, 1. ChakraUriel
Rot, die Wurzel
Votiv Duftkerze Erzengel Chamuel, 2. ChakraChamuel
Rosa, das Herz
Votiv Duftkerze Erzengel Raziel, 6. ChakraRaziel
Indigo, die Stirn
Die Votivkerzen-Reihe folgt der Zuordnung von Farbe, Ort und Ton.

Wie entsteht eine Verbindung?

Indem Du Dich für einen entscheidest und dabei bleibst. Das ist die ganze Kunst, und es ist gleichzeitig das Schwerste. Sieben Namen an einem Abend durchzugehen fühlt sich reich an und verändert nichts. Einer über Wochen verändert etwas.

So mache ich es:

  1. Benenne das Thema. Nicht „mir geht es nicht gut“, sondern so genau, wie Du es aushältst. Geht es um eine Grenze, um eine Entscheidung, um Versöhnung mit Dir selbst?
  2. Wähle den Namen. Die Beschreibungen oben sind dafür da. Nimm den, bei dem Du beim Lesen kurz innegehalten hast.
  3. Hole die Farbe in den Raum. Eine Kerze, ein Stein, ein Tuch. Das Auge braucht etwas, woran es sich hält.
  4. Gib einen Ton dazu. Eine Stimmgabel, eine Klangschale, oder summe einfach. Farbe und Klang sind dasselbe Phänomen in zwei Höhenlagen – wer beides gibt, sagt dieselbe Sache zweimal, und der Körper hört sie beim zweiten Mal besser.
  5. Elf Minuten, täglich. Immer zur selben Zeit, immer am selben Ort. Nicht warten, nicht suchen. Nur da sein.
  6. Schau nach vier Wochen zurück. Nicht vorher. Was sich hier verändert, zeigt sich im Rückblick, nie im Moment.

Und erwarte kein Zeichen. Das ist der Satz, den ich in Seminaren am häufigsten sage. Was kommt, kommt fast immer leise: Etwas wird klarer, ohne dass sich äußerlich etwas getan hätte. Ein Satz fällt Dir ein, den Du längst hättest sagen können. Eine Schwere fällt ab, für die Du keinen Grund findest. Wer auf das Große wartet, übersieht genau das.

Wenn Du auf diesem Weg Begleitung möchtest: Auf insi.life lade ich regelmäßig zu Heilmeditationen ein, und im Lehrgang „NSI Practitioner“ am Institut für NeuroSpirituelle Integration geht es genau um diese Arbeit, auch darum, sie professionell weiterzugeben.

Häufige Fragen

Sind es wirklich sieben Erzengel?

Die Zahl sieben stammt aus dem Buch Tobit. Namentlich nennt die Bibel aber nur Michael, Gabriel und Raphael. Die übrigen Namen kommen aus apokryphen Schriften und variieren je nach Quelle. Wer sich auf eine Liste festlegt, sollte wissen, dass es andere gibt.

Welcher Erzengel ist für Schutz zuständig?

Michael. Sein Name ist die Frage „Wer ist wie Gott?“, sein Zeichen das Schwert. In der Tradition ist er derjenige, der scheidet und Grenzen zieht. Seine Farbe ist Blau, sein Ort der Hals – dort, wo das klare Wort entsteht.

Welcher Erzengel steht für Heilung?

Raphael, dessen Name „Gott heilt“ bedeutet. Er wird mit smaragdgrünem Licht und dem Herzraum verbunden und gilt zugleich als Patron der Reisenden. Spirituelle Praxis ersetzt dabei keine ärztliche Behandlung.

Muss man an Engel glauben, damit die Arbeit wirkt?

Nein. Die Zuordnungen funktionieren auch als Ordnung für die eigene Aufmerksamkeit. Wer sich vier Wochen lang täglich mit dem Thema Abgrenzung beschäftigt, wird etwas bemerken – unabhängig davon, wie er das Gegenüber nennt. Und wer mehr spürt als das, muss es niemandem erklären.

Woran merke ich, dass ein Engel geantwortet hat?

Fast nie an einem Zeichen. Meist daran, dass sich die Stimmung verändert, ohne dass sich die Lage verändert hat. Etwas wird leichter, klarer, geordneter. Das ist unspektakulär und deshalb so leicht zu übersehen.

Warum haben die Erzengel Chakra-Zuordnungen?

Weil beide Systeme dieselbe Sprache sprechen: die der Schwingung. Die Engellehre und das indische System der Energiezentren sind einander historisch nie begegnet, und trotzdem beschreiben beide denselben Aufstieg vom Dichten ins Feine – und geben jeder Stufe eine Farbe.

Michael trägt Blau und das klare Wort; genau dort sitzt der Hals. Raphael trägt Smaragdgrün, die Mitte des sichtbaren Spektrums; genau dort sitzt das Herz. Uriel trägt Rot, die langsamste Frequenz, die unser Auge noch sieht; dort steht der Mensch auf dem Boden. Das ist keine Konstruktion, das ist eine Wiedererkennung.

Und weil Farbe Frequenz ist und Klang ebenfalls Frequenz, trägt jeder Engel mit seiner Farbe auch einen Ton. Zwischen Rot und Violett liegt fast genau eine Verdopplung – in der Musik heißt das Oktave. Wer einem Engel eine Farbe gibt, hat ihm damit unausgesprochen auch einen Klang gegeben. Genau an dieser Schnittstelle arbeite ich, und ich habe sie in Chakren: die sieben Tore ausführlich beschrieben.

Kann man mehrere Erzengel gleichzeitig anrufen?

Man kann, aber ich rate davon ab. Der Nutzen dieser Ordnung liegt in der Unterscheidung. Wer alle sieben gleichzeitig ruft, hebt genau das wieder auf, was die Arbeit wirksam macht.


Von Herz zu Herz,
Nicole Diana

Nicole Diana Engelhardt ist Heilpraktikerin und Seminarleiterin für energetische Heilkunst. Am Institut für NeuroSpirituelle Integration (INSI) bildet sie im Lehrgang „NSI Practitioner“ Menschen aus, die geistig-spirituelle Heilweisen professionell weitergeben möchten. Ihre Naturheilpraxis führt sie in Monatshausen bei Tutzing.

Besuche mich auch auf www.insi.life und www.engelhardt.eu