Wenn die Geschenke ausgepackt sind und die Tage zwischen den Jahren beginnen, wird es bei uns in Monatshausen still. Es ist eine Stille, auf die ich mich jedes Jahr freue. Die Raunächte sind für mich die wertvollste Zeit des ganzen Jahreskreises, eine Schwelle, an der das Alte sich verabschieden darf und das Neue sich schon leise ankündigt.
Was die Raunächte sind
Überliefert sind zwölf Nächte, meist vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. In manchen Gegenden beginnt man schon mit der Wintersonnenwende oder am Heiligen Abend. Eine alte Erklärung kommt aus dem Kalender: Das Mondjahr hat 354 Tage, das Sonnenjahr 365. Die Tage, die dazwischen liegen, galten als Zeit außerhalb der Zeit, in der die Grenzen zwischen den Welten dünner sein sollen.
Jede der zwölf Nächte steht nach altem Brauch für einen Monat des kommenden Jahres. Wer in diesen Nächten auf seine Träume, Begegnungen und inneren Bilder achtet, bekommt eine Ahnung davon, was das neue Jahr bringen möchte. Die Zwölf ist dabei eine Zahl der Vollständigkeit: zwölf Monate, zwölf Tierkreiszeichen, ein ganzer Kreis.
Woher der Name kommt, ist bis heute offen. Manche leiten ihn vom Rauch ab, weil in diesen Nächten Haus und Stall ausgeräuchert wurden. Andere vom alten Wort rûch, haarig, das an die Pelzgestalten der Perchten erinnert. Deshalb liest Du beide Schreibweisen, Raunächte und Rauhnächte.
Was diese Zeit für uns bedeutet
In meiner Arbeit mit Menschen erlebe ich jedes Jahr, wie sehr wir uns nach einem bewussten Abschluss sehnen. Das Jahr läuft oft einfach weiter, Termin an Termin, und vieles bleibt unverdaut liegen. Die Raunächte schenken uns einen Rahmen, in dem wir innehalten dürfen: Rückschau halten, danken, loslassen, was uns nicht mehr dient, und das Neue ganz bewusst einladen.
Darum gehen Ruediger und ich diese Zeit jedes Jahr gemeinsam mit einer Gruppe. Vom 25. Dezember bis zum 1. Januar treffen wir uns jeden Abend von 18:15 bis 19:45 Uhr, online oder bei uns vor Ort. Wir räuchern gemeinsam, meditieren, philosophieren, reinigen unsere Energiesysteme und unsere Wohnorte, und jeden Abend wächst die Gruppe ein Stück über sich hinaus. Du kannst an allen Abenden dabei sein oder nur an jenen, die für Dich passen. Alles Weitere findest Du auf unserer Seminarseite Raunächte-Retreat.

Die Raunächte zu Hause gestalten
Du brauchst dafür wenig. Einen ruhigen Ort, eine Kerze, ein Heft für Deine Gedanken und etwas Zeit am Abend. Vieles ergibt sich, sobald Du der Zeit Deine Aufmerksamkeit schenkst.
Räuchern. Das Räuchern gehört seit jeher zu diesen Nächten. Du gehst mit der Räucherschale durch die Räume, öffnest danach die Fenster und lässt das Alte hinaus. Schön sind dafür die Rauhnacht-Räuchermischungen mit zwölf Döschen, eine für jede Nacht, oder das Set mit zwölf reinen Harzen von Holy Smokes. Wenn Du schon im Advent beginnen möchtest, begleitet Dich der Räucher-Adventskalender durch die Wochen davor.
Kegel und Pyramiden. Wenn Dir Kohle und Räucherschale zu aufwendig sind, sind Räucherkegel und Räucherpyramiden ein schöner, einfacher Weg. Du entzündest die Spitze, lässt die Flamme kurz brennen und bläst sie aus. Dann glimmt der Kegel still vor sich hin und verströmt seinen Duft. Für die Raunächte mag ich besonders die Räucherpyramiden Zirbenholz, die nach Bergwald und Winter duften, die Räucherkegel Weihrauch oder die sanften Räucherkegel Lavendelblüten für den Abend. Ein Kegelhalter aus Buchenholz gibt ihnen einen sicheren Platz.
Salbeibündel und Räucherstäbchen. Ein Salbeibündel liegt gut in der Hand, wenn Du durch die Räume gehst und Ecken, Türen und Fenster bewusst mit Rauch berührst. Fang die Glut in einer feuerfesten Schale auf und lösche das Bündel danach gut aus. Wir haben zum Beispiel den Weißen Salbei mit Copalharz oder das frische Bündel aus Eukalyptus und Weißem Salbei. Räucherstäbchen sind die leiseste Form des Räucherns. Ein einzelnes Stäbchen, etwa Satya Weißer Salbei, begleitet Dich wunderbar durch eine Meditation oder durch die Zeit mit Deinem Heft.
Für kleinere Wohnungen. Nicht jede Wohnung verträgt viel Rauch, und manchmal schlägt auch der Rauchmelder schneller an, als uns lieb ist. Dann darf das Räuchern leichter werden. Ein Raumspray trägt die Qualität der Pflanzen in den Raum, ganz ohne Glut. Das AuraSpray-Set von Zarya begleitet Dich mit drei Sprays durch die drei Schritte dieser Zeit, einzeln gibt es zum Beispiel das AuraSpray Loslassen. Ein Räucherstäbchen am offenen Fenster ist ebenfalls eine sanfte Möglichkeit.
Ein Licht für jede Nacht. Eine Kerze, die Du jeden Abend bewusst entzündest, schafft einen Anfang und ein Ende für Deine Zeit der Einkehr. Die Allgäuer Heilkräuterkerze Raunächte mit Mistel, Fichte, Holunder und Beifuß ist genau dafür gemacht. Zarya hat drei Ritualkerzen für die drei Schritte dieser Zeit gestaltet: Loslassen, Zwischen den Welten und Neues Licht, als Ritualkerzen-Set und passend dazu als AuraSpray-Set.
Eine Frage an jeden Tag. Wenn Du gerne mit Karten arbeitest, führt Dich unsere kostenlose Anleitung 10 Tage durch die Raunächte mit dem Socrato Tarot Schritt für Schritt durch diese Zeit. Mehr über Socrato erzählen wir in unserem Artikel Socrato online: Zahlen, Karten und die Reise Deines Lebens.
Am Ende der Nächte
Am 6. Januar schließt sich der Kreis. Vielleicht hältst Du dann ein Heft in den Händen, voller Träume, Gedanken und kleiner Zeichen. Vielleicht ist es auch nur ein Gefühl von Klarheit, mit dem Du ins neue Jahr gehst. Beides ist kostbar.
Alles, was Dich durch diese Zeit begleiten kann, findest Du in unserer Kollektion Rauhnächte, im Shop und bei uns im Laden in Tutzing-Monatshausen. Und wenn Du die Nächte nicht allein gehen möchtest, freuen wir uns, wenn Du an einem der Abende mit uns zusammen bist.
Herzlich
Deine Nicole Diana
