Das Veilchen und die Haut - welche Creme wann?
Das Veilchen und die Haut - welche Creme wann?
Ein Praxisvergleich aus der Naturheilkunde
Das Veilchen ist eine stille Pflanze. Keine laute Wirkung, kein aufdringlicher Duft – und doch zieht es sich wie ein roter Faden durch die Heilkunde der Hildegard von Bingen. In ihrer Physika beschreibt sie es als eine Pflanze von gemäßigter Wärme, zwischen kühl und warm, milde und wirksam zugleich. Eine Pflanzenkraft, die nicht drängt, sondern trägt.
Gewußt wie hat zwei Formulierungen nach dieser Überlieferung entwickelt: die Veilchencreme pflegend und die Veilchencreme intensiv. Beide enthalten Veilchenextrakt aus Viola tricolor, beide folgen dem NaTrue-Standard – doch sie sprechen unterschiedliche Haut und unterschiedliche Momente an. Als Heilpraktikerin setze ich sie bewusst verschieden ein. Hier meine persönliche Einschätzung.
Was Viola tricolor in der Haut bewirkt
Bevor es um die zwei Cremes geht, lohnt ein kurzer Blick auf die Pflanze selbst. Das wilde Stiefmütterchen – Viola tricolor – enthält Flavonoide (Rutin, Violanthin), Schleimstoffe, Salicylate und Saponine. Die Europäische Arzneimittelagentur führt eine offizielle Monografie zur äußerlichen Anwendung bei seborrhoischen Hautveränderungen und leichten Ekzemen.
Was das bedeutet in der Sprache der Haut: Der Extrakt wirkt entzündungshemmend, juckreizlindernd und feuchtigkeitsbindend. Die langen Zuckerketten bilden einen schützenden Film auf der Hautoberfläche, ohne zu okkludieren. Das macht Viola tricolor so besonders für empfindliche, gereizte und chronisch trockene Haut - sie beruhigt, ohne zu belasten.
Veilchencreme pflegend, die milde Begleiterin

Für wen
Die milde Formulierung enthält Veilchenextrakt und Rosenöl in einer leichten Basis ohne Lanolin. Sie zieht gut ein, liegt nicht schwer auf der Haut und eignet sich für den täglichen Einsatz auch in der Gesichtspflege.
In meiner Naturheilpraxis empfehle ich sie bei:
- Normaler bis leicht trockener Haut im Gesicht und am Körper
- Empfindlicher Haut mit Neigung zu Rötungen oder Flush
- Rauhen Augenlidern – für diese feine Hautpartie ist die leichte Textur ideal
- Gereizter Haut nach der Rasur (Gesicht, Beine)
- Dekolleté-Pflege bei reaktiver, zu Rötung neigender Haut
- Kinder und Menschen mit Lanolin-Empfindlichkeit – die lanolinfreie Basis macht sie verträglicher für sensible Konstitutionen
Wann
Morgens als Tagespflege, abends an empfindlichen Stellen. Sie braucht keine besondere Jahreszeit - sie ist eine Alltagscreme, die still tut, was sie verspricht.
Veilchencreme intensiv - die reichhaltige Regeneration

Für wen
Die intensive Variante arbeitet mit einem höheren Veilchenextraktanteil, Sheabutter (aus biologischem Anbau), Lanolin und Vitamin E. Die Basis ist reicher, schützender, reparierender. Sie baut eine Fettbrücke auf, die ausgetrockneter, atrophischer oder chronisch beanspruchter Haut Zeit gibt, sich zu erholen.
In meiner Praxis kommt sie bei folgenden Beschwerdebildern begleitend in Frage:
- Frische, abgeheilte Narben - sobald die Wunde vollständig geschlossen ist, unterstützen Tocopherol und Sheabutter die Elastizität des neuen Gewebes, Veilchenextrakt wirkt antientzündlich. Als begleitende Pflege, nicht als alleinige Narbentherapie bei Keloiden
- Atrophische, pergamentartig dünne Altershaut an Gesicht und Händen - die Haut verliert im Alter die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden und Fett zu produzieren; die intensive Formulierung adressiert genau diese Kombination
- Trockene Hautstellen mit Schuppung - Ellbogen, Knie, Fersen, wintertrockene Unterschenkel
- Leichte seborrhoische Ekzeme und schuppende Stellen im Gesicht
- Chronisch trockene, gereizte Haut die auf leichtere Pflegeprodukte nicht anspricht
- Pigmentveränderungen und unebene Hauttextur - Veilchenextrakt und Rosenöl gelten in der Überlieferung als klärend; ein sanfter Langzeitbegleiter für ungleichmäßige Hauttöne
Wann
Abends als Intensivpflege, in der Übergangszeit zwischen Herbst und Winter, nach Sonnenbad oder in Phasen besonderer Belastung der Haut. Ich trage sie selbst auf besonders beanspruchte Partien auf und erprobe sie derzeit auch an empfindlicheren Körperstellen - meine Erfahrungen werde ich hier teilen.
Ein Vergleich auf einen Blick
Veilchencreme pflegend
Leicht · Lanolinfreie Basis · Rosenöl · Für normale bis sensible Haut · Täglich · Gesicht und Körper
Veilchencreme intensiv
Reichhaltig · Sheabutter + Lanolin + Vitamin E · Höherer Veilchenextraktanteil · Für trockene, gereizte, reife Haut · Abends · Gezielte Stellen und Intensivphasen
Das Veilchen - ein Charakter
Hildegard beschrieb das Veilchen als eine Pflanze, die wächst von der Lieblichkeit und Milde der Luft. Diese Qualität spürt man in beiden Cremes: keine aggressive Wirkung, kein schnelles Versprechen. Stattdessen eine stille Beständigkeit, die der Haut Zeit lässt.
Wer seiner Haut etwas geben möchte, das aus echter Überlieferung kommt und gleichzeitig handwerklich sauber gemacht ist, findet in diesen beiden Cremes zwei verlässliche Begleiterinnen - jede für ihren Ort, ihren Moment, ihre Haut.
Ich bin Nicole Diana, Heilpraktikerin, Seminarleiterin, Dianas Klosterlädchen
Diese Einschätzungen basieren auf meiner persönlichen Praxiserfahrung, die ich von Herzen gerne mit Dir teilen möchte, sie ersetzen keine individuelle Beratung oder ärztliche Diagnose. Wenn Du einen Rat brauchst, ruf an oder schreibe mir.
