Neumond: ätherische Öle aus dem Fünfseenland

Von allen Herstellern, die ich führe, ist Neumond der nächste. Nicht im übertragenen Sinn, sondern auf der Landkarte: Das Haus sitzt in Raisting, im oberbayerischen Fünfseenland, keine zwanzig Kilometer Luftlinie von meiner Praxis in Monatshausen entfernt.

Das ist kein Zufall, sondern der Grund, warum diese Zusammenarbeit so tief geht. Ich kann dort anrufen und bekomme jemanden, der die Öle kennt. Bei einem Konzern in Übersee ginge das nicht.

Was macht ein ätherisches Öl naturrein?

Diese Frage stelle ich in Seminaren regelmäßig, und die Antworten fallen fast immer zu vage aus. Also der Reihe nach.

Ein ätherisches Öl ist das, was durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung aus einer Pflanze gewonnen wird – nichts hinzugefügt, nichts weggenommen. Ein Duftöl dagegen darf synthetische Duftstoffe enthalten und tut es meistens. Beide riechen. Nur eines trägt die Chemie der Pflanze in sich.

Der Unterschied ist kein Feinheitsgrad, sondern ein Kategorienwechsel. Ein naturreines Lavendelöl enthält über hundert Einzelsubstanzen in einem Verhältnis, das die Pflanze über Jahrmillionen ausgebildet hat. Ein synthetischer Lavendelduft enthält zwei oder drei Moleküle, die der Nase Lavendel vorspielen. Für die Raumbeduftung mag das reichen. Für alles, was mit dem Körper zu tun hat, nicht.

Neumond arbeitet ausschließlich mit naturreinen ätherischen Ölen. Wo verdünnt wird – bei sehr kostbaren Ölen wie indischem Sandelholz, Tonka Absolue oder Melisse – steht der Prozentsatz im Namen. Zwanzig Prozent in Bio-Weingeist, zehn Prozent, hundert Prozent. Man muss nicht suchen, es steht vorne drauf.

Diese Ehrlichkeit ist seltener, als man denkt. Sie kostet Umsatz, weil ein verdünntes Öl weniger hermacht als eines, das so tut, als wäre es pur.

Die Bio-Zertifizierung: DE-ÖKO-006

Bei den Bio-Ölen steht in jeder Produktbeschreibung ein Code: DE-ÖKO-006, das ist die ABCERT AG. Wer will, kann dort nachsehen.

Dieser Punkt liegt mir gerade besonders am Herzen, weil ich selbst mitten in diesem Thema stecke. Ich bin zertifizierungspflichtig und bekomme mein eigenes Öko-Zertifikat Ende September. Seither schaue ich anders auf Etiketten – und ich habe gelernt, wie viele Anbieter das Wort „bio" verwenden, ohne dass eine Kontrollstelle dahintersteht.

Ein Kontrollstellencode ist keine Werbung. Er ist eine Adresse, an der man nachfragen kann. Genau deshalb gehört er in die Produktbeschreibung und nicht nur aufs Fläschchen.

Was Neumond herstellt

Einzelne ätherische Öle

Von Wacholderbeere und Zypresse über Ravintsara und Manuka bis zu Olibanum, dem Weihrauch, über den ich in Weihrauch und die Haut geschrieben habe. Die ganze Auswahl steht in den Einzelessenzen.

AQUAROMA – Duft auf Wasserbasis

Das ist die Reihe, die ich am häufigsten erkläre, weil sie einen echten technischen Unterschied macht. Klassische Raumsprays arbeiten mit Alkohol oder Treibmitteln. AQUAROMA ist wasserbasiert und bio-zertifiziert – es gibt sie als Raumspray und als Tropferflasche für den Diffuser, in denselben Duftrichtungen: Rosengarten, Zimt-Orange, Office, Feng Shui, Lavendel fein, Zirbelkiefer und zur Jahreszeit Winter & Weihnacht.

Die Engelslicht-Naturparfums

Acht Kompositionen aus rein ätherischen Ölen in Bio-Weingeist, jede auf eine Qualität hin gebaut: Schutz, Stärke, Liebe, Harmonie, Klarheit, Frieden, Freude, Energie. Welche Öle in welchem stecken und wie man auswählt, habe ich ausführlich in Engelsdüfte aufgeschrieben. Die Reihe steht hier.

Hydrolate, Pflegeöle und Zubehör

Das Rosenblüten-Hydrolat und das Lavendelblüten-Hydrolat sind das, was bei der Destillation als Wasserphase anfällt – mild genug für das Gesicht. Dazu Jojobaöl, Wildrosenöl und die Diffuser und Zerstäuber.

Ein Detail, das mir viel über ein Haus verrät: Neumond verkauft leere Blauglasflaschen in verschiedenen Größen, Sprühpumpen, Ersatz-Pads für den USB-Diffuser und einen Spezialreiniger für Duftgeräte. Ein Hersteller, der Ersatzteile führt, rechnet damit, dass man seine Sachen behält. Das ist eine Haltung, keine Sortimentsentscheidung.

Und zwei Bücher

Neumond gibt auch Fachliteratur heraus: Ätherische Öle kompakt und Natürlich wohlfühlen mit ätherischen Ölen. Ein Haus, das Bücher schreibt, will, dass man versteht, was man kauft. Auch das ist selten.

Warum ich Neumond führe

Wegen der Nähe, ja. Aber vor allem, weil ich in der Praxis mit diesen Ölen arbeite und wissen muss, was drin ist.

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Ein Tropfen Pfefferminzöl entspricht einer Handvoll Blätter. Wer damit am Menschen arbeitet, kann sich Ungewissheit über die Herkunft nicht leisten – nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil Verantwortung Wissen voraussetzt.

Und ich mag, dass dieses Haus nichts verspricht, was es nicht halten kann. Auf den Etiketten steht, was drin ist, in welcher Verdünnung, mit welchem Kontrollcode. Der Rest ist Arbeit – meine und Deine.

Häufige Fragen

Wo sitzt Neumond?

Die Neumond – Düfte der Natur GmbH sitzt in Raisting im oberbayerischen Fünfseenland, zwischen Ammersee und Starnberger See.

Was bedeutet DE-ÖKO-006?

Das ist der Code der Öko-Kontrollstelle ABCERT AG. Er steht bei jedem bio-zertifizierten Produkt und weist nach, dass eine unabhängige Stelle die Erzeugung geprüft hat. Ohne einen solchen Code ist „bio" nur ein Wort.

Was ist der Unterschied zwischen ätherischem Öl und Duftöl?

Ein ätherisches Öl wird direkt aus der Pflanze gewonnen, durch Destillation oder Kaltpressung. Ein Duftöl darf synthetische Duftstoffe enthalten. Beide riechen, aber nur eines trägt die Zusammensetzung der Pflanze in sich.

Warum sind manche Öle verdünnt?

Weil sie sonst unbezahlbar oder zu dickflüssig für den Tropfer wären – Sandelholz, Tonka, Rose, Melisse gehören dazu. Die Verdünnung steht im Produktnamen, etwa „20 % in Bio-Weingeist". Das ist kein Nachteil, sondern eine Angabe.

Was ist AQUAROMA?

Eine bio-zertifizierte Duftlinie auf Wasserbasis, als Raumspray und als Tropferflasche für Diffuser. Sie kommt ohne Treibmittel aus.

Darf man ätherische Öle pur auf die Haut geben?

In aller Regel nicht. Sie gehören in ein Trägeröl wie Jojoba oder Mandel, meist in einer Verdünnung von ein bis drei Prozent. Ausnahmen gibt es, aber die gehören ins persönliche Gespräch – ebenso wie die Anwendung bei Schwangeren, Kleinkindern und Menschen mit Vorerkrankungen.


Von Herz zu Herz,
Nicole Diana

Nicole Diana Engelhardt ist Heilpraktikerin und Seminarleiterin für energetische Heilkunst. Am Institut für NeuroSpirituelle Integration (INSI) bildet sie im Lehrgang „NSI Practitioner“ Menschen aus, die geistig-spirituelle Heilweisen professionell weitergeben möchten. Ihre Naturheilpraxis führt sie in Monatshausen bei Tutzing.