Neumond, Vollmond: was der Mond wirklich mit uns macht

Der Mond braucht knapp neunundzwanzig Tage, um einmal um die Erde zu wandern. Fast genau die Länge eines weiblichen Zyklus. Das ist kein Zufall, den irgendjemand hineingedeutet hat, sondern eine Beobachtung, die Frauen seit Jahrtausenden machen. Der Mondzyklus und der weibliche Zyklus laufen in derselben Zeitspanne, und viele Frauen, die ich in meinen Seminaren begleite, berichten, dass sich ihre Blutung tatsächlich an bestimmten Mondphasen ausrichtet, manche bluten mit dem Neumond, manche mit dem Vollmond. Das ist ein sehr altes Körperwissen, das unsere Kultur weitgehend verlernt hat.

Seit wann richten sich Menschen nach dem Mond?

Seit sie überhaupt Zeit messen. Die ältesten bekannten Kalender sind Mondkalender, nicht Sonnenkalender. Bauern richteten die Aussaat nach ihm aus, das ist bis heute in der biodynamischen Landwirtschaft lebendig. In der alten Naturheilkunde und in bäuerlichen Überlieferungen wurden auch Eingriffe am Körper, Operationen, Aderlass, das Schneiden der Haare, traditionell nach der Mondphase terminiert, man unterschied zwischen zunehmendem und abnehmendem Mond, je nachdem, ob etwas wachsen oder sich zurückziehen sollte. Ich sage nicht, dass das wissenschaftlich bewiesen ist. Ich sage, dass Generationen vor uns genau hingeschaut haben, und dass diese Beobachtungen es wert sind, ernst genommen zu werden.

Wofür steht der Mond in der Astrologie?

Für das Gefühl, nicht für den Verstand. In der Astrologie, die ich in meinen Seminaren unterrichte, zeigt der Mond, wie wir innerlich reagieren, bevor wir darüber nachdenken, unsere Instinkte, unsere Kindheitsprägung, das, was uns nährt oder was uns fehlt. Während die Sonne im Horoskop für das steht, was wir werden wollen, zeigt der Mond, was wir bereits sind, still, unwillkürlich, unter der Oberfläche.

Welche Rolle spielt der Mond im Christentum?

Auch dort ist er kein Nebendarsteller. Maria wird in der Ikonographie häufig auf einer Mondsichel stehend dargestellt, die Mondsichelmadonna, ein Bild, das direkt auf die Frau aus der Offenbarung des Johannes zurückgeht, bekleidet mit der Sonne, den Mond unter ihren Füßen. Die Nähe zwischen Maria und dem Mond ist kein Zufall, beide stehen für das Empfangende, das Bergende, das, was im Verborgenen reift, bevor es sichtbar wird.

Was unterscheidet Neumond und Vollmond?

Am Neumond ist der Mond von der Erde aus unsichtbar, am Vollmond leuchtet er in voller Größe. Was im Außen als astronomisches Faktum beschreibbar ist, das Verschwinden und Erscheinen eines Himmelskörpers, wird im Inneren oft als etwas ganz Ähnliches erlebt, ein Verschwinden und Erscheinen von Klarheit, Energie, Gefühl.

Zarya Neumond Zeremoniekerze im schwarzen Glas mit Mondphasen, umgeben von Veilchen- und LilienblütenNeumond
Beginnen
Zarya Vollmond Zeremoniekerze im weißen Glas mit Rose und Grapefruit vor dem VollmondVollmond
Loslassen
Zwei Kerzen, zwei Bewegungen: das Dunkle, in dem etwas anfängt – das Helle, in dem etwas zu Ende gehen darf.

Neumond: der leere Raum

Wenn der Mond unsichtbar wird, spüren viele Menschen etwas, das ich in meinen Seminaren immer wieder beschrieben bekomme, eine Art innere Leere, die sich nicht negativ anfühlt, sondern offen. Neumond gilt traditionell als die Zeit, in der etwas Neues beginnen darf, ein Vorhaben, eine Absicht, ein Gedanke, der noch keine Form hat.

Für dieses Fenster eignet sich die Neumond Zeremonie Duftkerze, mit Veilchen und Lilie, zwei Düften, die eher zart als laut sind, passend zu einem Moment, in dem noch nichts feststeht.

Vollmond: das, was sichtbar wird

Am Vollmond zeigt sich, was gereift ist. Was in den Wochen zuvor begonnen wurde, kommt hier ans Licht, im Guten wie im Belastenden. Deshalb gilt der Vollmond traditionell auch als Zeit des Loslassens, man lässt gehen, was seinen Zweck erfüllt hat.

Die Vollmond Zeremonie Duftkerze begleitet genau diesen Moment, wenn ein Kreis sich schließt und Platz für das nächste Neue gemacht werden darf.

Gibt es eine Kerze für beide Phasen?

Ja. Wer nicht zwei verschiedene Kerzen bevorraten möchte, findet in der MOON Kerze eine Alternative, die ausdrücklich für beide lunaren Praktiken gedacht ist, für den Neubeginn am Neumond ebenso wie für das Loslassen am Vollmond.

Zarya Zeremoniekerze MOON im weißen Glas mit Mondsichel, umgeben von Kristallen vor Sternenhimmel
Die MOON Kerze – für beide Seiten des Zyklus.

Wer es unkomplizierter mag, ohne den vollen zeremoniellen Rahmen, dem empfehle ich die Mondstaub-Zauber Duftkerze. Sie ist leichter im Duft und im Preis, ideal für alle, die einfach eine ruhige Mondstimmung in den Raum holen wollen, ohne gleich ein Ritual zu zelebrieren.

Womit räuchert man zum Mond?

Wer den Mond auch olfaktorisch begleiten möchte, dem empfehle ich das Mond-Räucherstäbchen Heilige Mutter aus der Kosmos-Serie. Es gehört zu einem Set, das jedem Planeten einen eigenen Duft zuordnet, dem Mond mit Jasmin und Sandelholz. Überliefert ist seine Kraft besonders am Montag, dem Tag des Mondes, aber natürlich lässt es sich nutzen, wann immer die eigene Innenwelt Raum braucht.

Räucherstäbchen Weihrauch Cosmos Mond Heilige Mutter mit Jasmin und Sandelholz
Jasmin und Sandelholz – der Duft, den die Kosmos-Serie dem Mond zuordnet.

Welcher Stein gehört zum Mond?

Der Mondstein. Er gilt seit jeher als der Stein, der am engsten mit der lunaren Energie verbunden ist, man sagt ihm nach, die Intuition zu stärken und emotionale Wellen sanfter zu machen. In Indien nennt man ihn Traumstein.

Wer den Mond nicht nur zu bestimmten Phasen, sondern durchgehend bei sich tragen möchte, findet im Anhänger »Intuition« ein Schmuckstück, das den Gedanken dieses Artikels in einem Bild fasst: In die Schale des Mondes fällt der Tropfen aus Mondstein – das Empfangende und das, was hineingegeben wird. Es gibt ihn zweifach, mit goldener und mit silberner Mondsichel.

Anhänger Intuition aus 925er Silber mit teilvergoldeter Mondsichel und tropfenförmigem Mondstein»Intuition«
Goldmond
Anhänger Intuition aus 925er Silber mit silberner Mondsichel und tropfenförmigem Mondstein»Intuition«
Silbermond
925er Silber, Ø 23 mm, mit Mondstein-Tropfen – in Gold und in Silber.

Wer es schlichter und alltagstauglicher mag, für den ist das Armband aus Mondstein die unkompliziertere Wahl. Ein paar Perlen am Handgelenk, die niemandem auffallen außer der Trägerin selbst.

Wie ich den Mondrhythmus in der Praxis nutze

Man muss den Mondkalender nicht auswendig kennen, um mit seinen Rhythmen zu arbeiten. Es reicht, einmal im Monat kurz nach oben zu schauen, oder eine App zu nutzen, die die aktuelle Phase anzeigt. Wichtiger als die exakte Terminierung ist die Haltung dahinter, sich regelmäßig zu fragen, was gerade beginnen darf und was losgelassen werden will. Der Mond liefert dafür nur den äußeren Anlass, die eigentliche Arbeit geschieht im Inneren.

Wer tiefer in die Sprache des Mondes und der Astrologie einsteigen möchte, in das, was der eigene Mondstand im Horoskop über die persönliche Gefühlswelt erzählt, dem lege ich meine Astrologie-Seminare ans Herz. Dort nehmen wir uns die Zeit, die dieses Thema verdient, weit über das hinaus, was ein einzelner Artikel leisten kann.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Mondzyklus?

Knapp neunundzwanzig Tage, genauer 29,5 Tage von Neumond zu Neumond. Diese Spanne heißt synodischer Monat und entspricht fast genau der Länge eines weiblichen Zyklus.

Wann beginnt ein neuer Mondzyklus?

Am Neumond. Er ist der Punkt, an dem der Mond von der Erde aus unsichtbar ist – und traditionell der Moment, an dem etwas Neues gesetzt wird.

Wie geht ein einfaches Mondritual?

Eine Kerze anzünden, kurz still werden, einen einzigen Satz formulieren: am Neumond, was beginnen darf, am Vollmond, was gehen darf. Danach die Kerze in Ruhe brennen lassen. Fünf Minuten genügen. Entscheidend ist nicht die Form, sondern dass es überhaupt stattfindet.

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Von Herz zu Herz,
Nicole Diana

Nicole Diana Engelhardt ist Heilpraktikerin und Seminarleiterin für Persönlichkeitsentwicklung, Astrologie und energetische Heilkunst. Sie führt eine Naturheilpraxis in Monatshausen bei Tutzing.

Besuche mich auch auf www.insi.life und www.engelhardt.eu