Engelwelt im hellen Licht: Erzengel Michael aus Holz, Schutzengelchen, Zirbenherz mit Schutzengel und Edelsteinkette

Engel aus Holz: warum sie aus Südtirol kommen

Fast jeder Engel, der bei mir im Lädchen steht, kommt aus demselben Tal. Nicht, weil ich es so geplant hätte, sondern weil dort seit vierhundert Jahren geschnitzt wird und weil man das den Figuren ansieht.

Dieser Beitrag ist eine Vertiefung zu meinem Überblick Engel: was sie sind und wie man mit ihnen arbeitet. Hier geht es um das Material.

Warum wird ausgerechnet in Südtirol geschnitzt?

Weil die Winter lang waren und der Boden schlecht. Im Grödnertal, dem Val Gardena, konnten die Bauernfamilien vom Sommer nicht leben. Ab dem 17. Jahrhundert begannen sie, in den Wintermonaten Holz zu bearbeiten – zuerst Spielzeug und Hausrat, dann Heiligenfiguren. Die Ware ging über Händler bis nach Spanien und Südamerika.

Was als Notwendigkeit begann, wurde zum Beruf. Heute gibt es im Tal eine eigene Fachschule für Bildhauerei, und die Werkstätten geben ihre Formen über Generationen weiter. Die Figuren, die ich führe, kommen von PEMA aus Lajen und von DOLFI aus St. Ulrich, beide in dieser Tradition.

Das ist kein romantisches Detail, sondern der Grund, warum eine dieser Figuren anders aussieht als eine gegossene aus dem Katalog. Eine Hand, die tausendmal dasselbe Gesicht geschnitzt hat, macht es beim tausendundersten Mal nicht mechanisch, sondern sicher.

Pema Engel mit Herz aus Zirbenholz, 9 cmZirbe
duftet über Jahre
Engel Amore mit Herz, Natur mit Goldstrich, 9 cmAhorn
hell und feinporig
Engel Amore mit Herz aus Kirschholz, 11,5 cmKirsche
dunkelt nach
Drei Hölzer, drei Charaktere – dieselbe Hand.

Welches Holz nimmt man wofür?

Jedes Holz hat einen eigenen Charakter, und die Werkstätten wählen es nicht zufällig.

Zirbe

Die Königin der Alpen. Sie wächst oberhalb von 1500 Metern, sehr langsam, und speichert dabei ätherische Öle, vor allem Pinosylvin. Deshalb duftet Zirbenholz noch nach Jahrzehnten. Es ist weich, warm im Ton und leicht rötlich, mit den charakteristischen dunklen Ästen.

Für Engel ist Zirbe deshalb besonders schön, weil die Figur zwei Sinne anspricht. Man sieht sie, und man riecht sie, wenn man nah herangeht. Die Zirbenengel mit Herz gibt es in 9, 11 und 20 Zentimetern, dazu den Engel mit Kleeblatt.

Ahorn

Das klassische Schnitzholz. Sehr hell, sehr feinporig, gleichmäßig gewachsen – deshalb lassen sich Gesichter und Hände darin am genauesten herausarbeiten. Alle größeren Erzengelfiguren sind aus Ahorn, weil sie diese Präzision brauchen: Der Erzengel Michael hat Federn, Fingerknöchel und Faltenwürfe, die in weichem Holz zerbröseln würden.

Kirschholz

Warm, rötlich, und es verändert sich. Kirschholz dunkelt unter Lichteinfluss über die Jahre nach, aus hellem Rotbraun wird ein tiefes, sattes Braun. Eine Figur aus Kirsche sieht nach zehn Jahren anders aus als am ersten Tag, und das ist keine Alterung, sondern eine Entwicklung. Der Engel Amore aus Kirschholz ist dafür ein gutes Beispiel.

Linde

Das Holz der alten Kirchenschnitzer. Weich, gleichmäßig, ohne störende Maserung – ideal für Figuren, die anschließend farbig gefasst werden, weil die Farbe glatt aufliegt und die Struktur nicht durchschlägt. Die colorierten Schutzengel mit Herz gehören in diese Gruppe.

Erzengel Michael aus Holz mit Schutzengelchen, Zirbenherz, Kerze und Kette im warmen Kerzenlicht
Im Kerzenlicht zeigt Holz, was es kann: die Maserung wird zur Zeichnung.

Woran erkenne ich eine echte Handschnitzerei?

An vier Dingen, und man braucht dafür keine Lupe.

  1. Die Maserung läuft durch das Motiv, nicht darum herum. Bei gegossenen oder gepressten Figuren ist die Holzstruktur ein aufgedrucktes Muster und macht an Kanten Sprünge.
  2. Zwei Figuren desselben Modells sind nicht identisch. Ein Gesicht ist einen Hauch schmaler, ein Flügel eine Spur höher. Genau das ist der Wert.
  3. Die Rückseite ist ebenso sorgfältig gearbeitet wie die Vorderseite, auch dort, wo niemand hinsieht.
  4. Bei den größeren Schnitzereien liegt ein Echtheitszertifikat bei. Für die großen Figuren und Kunstschnitzereien stellen die Werkstätten es aus. Bei den kleinen Engeln ab wenigen Zentimetern gibt es keins – das ist normal und kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Frage der Größe.
Schutzengel mit Mädchen, 11,5 cm, modern coloriertZur Taufe
Schutzengel mit Kind
Glockenengel stehend mit Herz, 7 cm, coloriertFür den Advent
Glockenengel
Zirbenherz mit Schutzengel und Sternen, 4 x 3,5 cmFür die Tasche
Zirbenherz
Dasselbe Handwerk in drei Anlässen.

Wie pflege ich einen Holzengel?

So wenig wie möglich. Holz braucht keine Politur und verträgt keine Nässe. Staub wischt man mit einem trockenen, weichen Tuch ab, mehr nicht.

Eine Ausnahme ist die Zirbe. Wenn der Duft nachlässt – und das tut er, besonders im Winter, wenn die Heizungsluft trocken ist –, gibt es zwei einfache Wege, ihn zurückzuholen:

  • Mit einem leicht feuchten Tuch über das Holz gehen. Nicht nass, nur feucht.
  • Die Figur bei feuchtem Wetter gut lüften, damit das Holz Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Danach duftet sie wieder. Das lässt sich über Jahre wiederholen, weil das Öl im Holz sitzt und nicht aufgetragen wurde.

Was man vermeiden sollte: direkte Sonne über lange Zeit, weil helle Hölzer ungleichmäßig ausbleichen, und die Nähe zur Heizung, weil das Holz reißen kann.

Warum kostet eine geschnitzte Figur mehr?

Weil dahinter Arbeitszeit steht, nicht eine Form. Eine Figur von zwanzig Zentimetern durchläuft mehrere Hände: aussägen, grob schnitzen, fein schnitzen, schleifen, beizen oder fassen, prüfen. Bei den colorierten Stücken kommt die Malerei dazu, Schicht für Schicht.

Ich habe mich bewusst entschieden, keine gegossenen Engel zu führen, obwohl sie sich leichter verkaufen würden. Ein Engel ist ein Gegenstand, den man aufstellt und über Jahre ansieht. Da lohnt sich der Unterschied.

Wer es moderner mag: Der Engel modern Art mit Goldflügeln zeigt, dass Handwerk nicht altbacken aussehen muss.

Die ganze Auswahl findest Du in der Engelwelt.

Häufige Fragen

Bekomme ich ein Echtheitszertifikat?

Bei den großen Figuren und Kunstschnitzereien ja, die Südtiroler Werkstätten stellen es aus. Bei den kleinen Engeln gibt es keins. Das sagt nichts über die Qualität, sondern hängt an der Größe des Stücks.

Welches Holz duftet am längsten?

Zirbe. Ihr ätherisches Öl tritt über Jahrzehnte langsam aus dem Holz aus. Lässt der Duft nach, hilft ein leicht feuchtes Tuch oder gutes Lüften bei feuchtem Wetter.

Warum sind Zirbenengel teurer als andere?

Weil Zirbe langsam wächst. Ein Baum oberhalb von 1500 Metern braucht Jahrhunderte für einen brauchbaren Stamm, und die verfügbare Menge ist entsprechend begrenzt.

Kann ein Holzengel im Bad oder in der Küche stehen?

Besser nicht. Dauerhafte Feuchtigkeit und starke Temperaturwechsel lassen Holz arbeiten und können Risse verursachen. Wohnraum und Schlafzimmer sind ideal.

Was schenkt man zur Taufe?

Einen Schutzengel mit Kind. Es gibt ihn mit Bub und mit Mädchen, in Natur oder farbig gefasst. Die Figur bleibt, während das Kind wächst – das ist der Sinn dieses Geschenks.

Sind die Farben bei colorierten Figuren unbedenklich?

Ja, die Südtiroler Werkstätten arbeiten mit Lasuren und Farben, die für Wohnräume zugelassen sind. Kleinere Figuren gehören dennoch nicht in Kinderhände unter drei Jahren.

Warum sehen zwei Figuren desselben Modells unterschiedlich aus?

Weil sie von Hand entstanden sind. Maserung, Farbton und feine Züge unterscheiden sich immer. Wer zwei völlig identische Stücke sucht, sucht keine Schnitzerei.


Von Herz zu Herz,
Nicole Diana

Nicole Diana Engelhardt ist Heilpraktikerin und Seminarleiterin für energetische Heilkunst. Am Institut für NeuroSpirituelle Integration (INSI) bildet sie im Lehrgang „NSI Practitioner“ Menschen aus, die geistig-spirituelle Heilweisen professionell weitergeben möchten. Ihre Naturheilpraxis führt sie in Monatshausen bei Tutzing.

Besuche mich auch auf www.insi.life und www.engelhardt.eu