Es gibt einen Geschmack, den die meisten von uns seit Jahren nicht mehr kennen. Unsere Küche ist süß, salzig, manchmal scharf. Bitter kommt kaum noch vor. Dabei war Bitteres über Jahrhunderte ein fester Bestandteil jeder Mahlzeit, und unser Körper vermisst es, auch wenn wir das selten merken.
Warum fehlt Bitteres in unserem Alltag?
Weil es herausgezüchtet wurde. Salate, Kohlsorten, Chicorée, Radicchio – vieles, was früher deutlich herb schmeckte, ist heute auf Mildheit gezüchtet, weil sich Mildes besser verkauft.
In meiner Praxis erlebe ich die Folge immer wieder. Patienten kommen mit Verdauungsbeschwerden, mit Blähungen, mit einem Gefühl von Schwere nach dem Essen, und wenn ich frage, wann sie zuletzt etwas wirklich Bitteres gegessen haben, folgt oft eine lange Pause. Die Bitterstoffe fehlen einfach im Alltag.
Hildegard von Bingen wusste um diese Wirkung lange bevor es wissenschaftliche Studien dazu gab. Die Hildegard Bitterkräuter sind kein Fasten-Trend und keine Radikalkur. Sie sind ein kleiner, ehrlicher Reiz, der die Verdauung anstößt, bevor sie überhaupt gefordert wird.
Wie nehme ich Bitterkräuter ein?
Ein paar Tropfen in ein Glas warmes Wasser, etwa fünfzehn Minuten vor dem Essen. Das reicht. Man muss den Magen nicht überzeugen, man muss ihm nur ein Signal geben, dass gleich etwas kommt.
Wer den Geschmack pur mag, kann die Tropfen auch direkt auf ein Stück Brot geben. Manche meiner Patienten machen es sich am Nachmittag zur Gewohnheit, wenn der Kreislauf müde wird und der Griff zum Kaffee zu naheliegend ist. Ein bitterer Tropfen wirkt oft klarer als Koffein, nur leiser.
Warum ist Regelmäßigkeit wichtiger als Menge?
Weil der Körper einen Geschmack wieder lernen muss, den er lange nicht bekommen hat. Wichtig ist nicht die Menge. Mit der Zeit merkt man, wie das Verlangen nach Süßem nach dem Essen leiser wird. Das ist keine Zufälligkeit. Bitterstoffe und Zuckerhunger hängen eng zusammen, das sehe ich in der Praxis fast täglich bestätigt.
Man muss aus alldem kein großes Ritual machen. Ein Glas, ein paar Tropfen, ein bewusster Moment vor dem Essen. Das genügt, um wieder in Kontakt mit einem Geschmack zu kommen, den unser Körper eigentlich nie vergessen hat.
Häufige Fragen
Wann nimmt man Bitterkräuter ein, vor oder nach dem Essen?
Vor dem Essen, etwa eine Viertelstunde vorher. Der bittere Geschmack ist das Signal, nicht die Nachbereitung – er bereitet vor, was danach kommt.
Wie schmecken die Bitterkräuter?
Deutlich herb, mit einer Honignote im Hintergrund. Der erste Schluck überrascht viele. Nach etwa einer Woche empfinden die meisten ihn nicht mehr als unangenehm, sondern als klar.
Für wen sind Bitterkräuter nicht geeignet?
Bei Gallensteinen, akuten Magenbeschwerden, in der Schwangerschaft und Stillzeit bitte vorher Rücksprache halten. Die Bitterkräuter enthalten einen alkoholischen Kräuterextrakt. Wer ganz auf Alkohol verzichten möchte, findet in der alkoholfreien Bitterkraut-Essenz auf Glycerinbasis eine Alternative.
Die Bitterkräuter findest Du hier in unserer Hildegard von Bingen Welt.
Mehr zu Hildegards Weisheit und meinem inneren Weg mit ihr findest Du in meinem Beitrag „Mit Hildegard von Bingen: Berufung, Mut & Vollendung leben“ auf insi.life.
Von Herz zu Herz,
Nicole Diana
Nicole Diana Engelhardt ist Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Hormontherapie und führt eine Naturheilpraxis in Monatshausen bei Tutzing. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit der Heilkunde Hildegards von Bingen.
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